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thomas n. burg – on social media and its benefits for us, and sometimes gossip.

November 28th, 2003

Weblogkritik vs. Technorati.

Sind Weblogs ein Genre? Europäische Gedanken als Alternative zu Technorati, Daypop und Blogdex: Mensch gegen Maschine. Letztere versuchen rein statistisch Informationen und Metainformationen zu Weblogs anzuzeigen. Europa geht den Weg der qualitativen Versuchung.

Wenn ich ein Workshop oder eine Lehrveranstaltung zu Weblogs halte, fallen mir immer wieder zwei Reaktionen besonders auf.

1) Der Zweck, Sinn, Absicht eines Blogs erschließen sich nicht (zumindest nicht rasch, also in den 10 Sekunden, die wir uns gönnen im Web, auch nicht in 15 Minuten)
2) Die Weblogs kommen nicht an; ich habe von 30 besuchten Weblogs (im Zuge der Workshops und Lehrveranstaltungen) erst eines dabei gehabt, das bei den RezensentInnen angekommen ist.

Woran liegt das? Es gibt einen offensichtlichen Unterschied zwischen einer E-Commerce Site, einem Info-Portal und den contentlastigen und individualistischen Weblogs. Die Usability-Kriterien für die ersteren Genres “schreiben vor”, dass nach 10 Sekunden klar sein muss, worum es hier geht, sonst ist der Visitor dahin. Zudem versuchen sie möglichst viele Zielgruppen anzusprechen, auch wenn damit der Streuverlust groß wird.
Weblogs sind i.d.R. völlig anders geartet. Um Intention, Inhalt etc. zu erkennen ist da schon mal eine erheblich höherer Zeitaufwand nötig zudem bleibt damit noch völlig offen, ob man/frau von diesem Weblog angesprochen wird. Weblogs wenn man so will sind ein “Genre” (wenn sie eines sind), dass erstens (i.d.R.) nicht massenmedial ist, d.h. die Zielgruppe (LeserInnen) oder Community eines Weblogs ist im Bereich 15-150 Visitors/Tag. Der Content, die Konversation ist eine spezialisierte und erfordert eine nachhaltige Auseinandersetzung allein um der Einschätzung willen. Weiters erfordert es noch mehr Zeit herauszufinden, welche Community sich um einen Weblog sammelt (Produktionskontext).

Wobei es nat. auch Weblogs gibt, die massenmedial sind, die kommerziell sind, die (deren Intention und Zweck) sich schnell erschließen
Es gibt also jedenfalls Sub-Genres (Diarium, Link-Hub, …) daher bleibt die Frage, ob nur bestimmte Sub-Genres eine Eigenständigkeit als eben Genre im Web haben. Und damit einer besonderen “Behandlung” unterziehen sollten.

Auf http://convers.antville.org/stories/585800/ entwickelte sich letzthin eine spannende Diskussion um den Terminus “Weblogkritik”, die ich im folgenden inhaltlich paraphrasieren (als Arrt Line-Rap) und damit weiterempfehlen möchte.

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Sind Weblogs ein Genre? Bedarf es einer Weblog-Kritik?
Sind Weblogs eine Kunstform? Ist das notwendig um Kritik zu legitimieren.
Läuft die Kritik des Weblogs nicht Gefahr, den Autor zu kritisieren, wenn den Weblogs sowas ähnliches wie Tagebücher sind.

Es stellt sich die Frage nach der Positionierung zwischen privat und öffentlich.
Begriff der Sekundärkultur (Infrastruktur: Verlag, Zeitschriften, Literaturwissenschaft), es gibt noch keinen Kanon.

Die Vergänglichkeit von Web-Content widerspricht der Sinnhaftigkeit Kritik, könnte ja weg sein. (Zitierregeln und damit Akzeptanz von Webadressen, allerdings nat. ein interessante Fragestellung).

Gibt es überhaupt Bedarf an einer Weblogkritik? Und zwar außerhalb der Familie? Letzteres (“Distributionsdistanz” wird als notwendig, aber nicht existent wahrgenommen.

Gegenposition: In-Group-Reviewing und in der Wissenschaft gibt es Peer-Group-Reviewing

Frage nach der Definition tritt auf? Was ist ein Blog, was eine gutes? Allerdings ein Problem mit dem die Kritik immer schon zu kämpfen hatte.
Weblogkritik als eine andere Geschwindigkeit des Lesens, historischer Blick.
Die Frage nach “Warum gibt es keine Weblog-Kritik” ist umfassender zu sehen, warum gibt es kein Website-Kritik, die über das übliche Maß (Usability, Coding, Design, 10 Sätze) hinausgeht.

Ist (kritische) Kritik im Web überhaupt möglich. Ebay und Foto-Communities wären nur positiv, interessante Frage nach Social Capital im Web.
Argument: da Weblogs nichts kosten bzw. ein Link dorthin führt braucht es keine Rezension. Gegenargument: die Bilder der anderen machen Kritik aus, nicht zwingend die Ökonomie, die jedenfalls im Internet auch durch die Einheit Aufmerksamkeit gegeben ist.

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