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thomas n. burg - on social media and its benefits for us, and sometimes gossip.

May 15th, 2007

Gestern flatterte der Bericht: Klicks, Quoten, Reizwörter: Nachrichten-Sites im Internet. Wie das Web den Journalismus verändert von Steffen Range und Roland Schweins bei der Tür herein. Ich hatte zufällig Zeit und ritt in Windeseile durch die bedruckten Blätter.

Das von der Friedrich Ebert-Stiftung beauftragte Gutachten (sic!) widmet sich der Frage nach den Enstehungsbedingungen und Erfolgsfaktoren von in Deutschland.

Was mir gefällt:
Treffende Analyse über die Rahmenbedingungen und Effekte aktuellen Online-Journalismus in deutschsprachigen Landen. Im Gefolge von Spiegel-Online und erfolgreicher Unterhaltungs-Sites mutiert die journalistische Handarbeit klassischer (=aufgeklärter) Prägung zur Optmierung von Inhalten und Sites nach der Logik von Suchmaschinen und der Wahrnehmungspsychologie. Dem Klick werde alles untergeordnet. Entsprechend der Befunde der beiden Autoren führt das zu einer Einebnung und Verflachung journalistischer Inhalte im Web - isierung der Online-Medien nennen sie das. Reichweiten-Geilheit reduziere nicht nur die Qualität, sondern macht es Nischenanbietern nachgerade unmöglich sich aus Werbeeinnahmen zu finanzieren.

Es gibt ein Blog - no na - zum Buch : http://werkkanon.blogspot.com

Was mir fehlt:
die Einordung von Online-Journalismus in die Phänomenologie des Webs. Das Web ist letztlich nur unter anderem eine Broadcasting-Medium, d.h. der potentielle Wert liegt nicht in der Distribution von Inhalten und damit im Verkauf von Werbung, sondern in der Bereithaltung der Möglichkeit virtuell Interessensgruppen zu bilden, kollaborativ Inhalten zu gestalten, zu manipulieren etc. Das Web ist ein Netzwerk der neuen Art, wenn man so will: Algorithmen haben da ihre Berechtigung sowie Nischen. Das Gutachten hat diese Aspekte völlig unbeachtet gelassen - selbst in der kurzen Passage zu “sozialen Netzwerken” als Aufmerksamkeitsattraktoren.

Mein Fazit:
ein kurzweiliges interessantes Büchlein zum Thema Online-Journalismus mit garstigen Beschreibungen zum Alltag. Der Online-Journalismus erscheint als Travestie auf den Anspruch des oder vielleicht gar als Ankündigung des Endes einer von der Aufklärung geprägten Vorstellung von Objektivität und Transparenz.

Meine Aufforderung:
sucht euch die Quellen im Web, die für euch interessante und relevante Inhalte generieren und versucht selber solche zu schaffen. Das wird vermutlich nicht ökonomisch von Bedeutung sein - zumindest nicht direkt sehr wohl aber indirekt - aber dem gerecht was das Internet am besten kann: der Vernetzung von Menschen, Maschinen und Ideen.

Ein (virtuelles) Netzwerk an Gewährsleuten und die adäquaten Tools: wer braucht da noch Online-Journalismus aktueller Machart. Oder andersrum in einem verteilten Netzwerk ist v.a. die Infrastruktur von Bedeutung die Inhalten und Zentralitäten bilden sich (i.d.R.) von alleine.

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  1. Roland Schweins posted the following on Friday, May 18, 2007 at 15:49.

    Lieber Herr Burg,

    danke für die Rezension. Sie haben Recht mit Ihren Kritikpunkten, dabei möchte ich allerdings anmerken, dass wir nicht das Internet per se untersucht haben, sondern die Rolle von verlegerischen Online-Angeboten. Die Informationsorganisation in sozialen Netzwerken erfordert sicher mehr als ein Kapitel, ist aber ein ganz neues, sehr umfangreiches Thema. Wir freuen uns aber über Ihre Kritik und Ihren Diskussionsbeitrag und grüßen ganz herzlich!

    Steffen Range / Roland Schweins

  2. Thomas N. Burg posted the following on Friday, May 18, 2007 at 17:22.

    De rien! Ich finde die Studie sehr informativ und bringt Licht in das Online-News Business. Vielleicht folgt ja ein weiteres Gutachten zum breiteren Kontext.