Inhaltliches Konzept für einen Inhaltsschwerpunkt an der Schnittstelle von Informationswissenschaft. Kulturwissenschaft, Produktentwicklung und Anwendung, English version
 

Social Software Workshop

 Begriffsbestimmung
 Menschen sind soziale Wesen. Ein wesentlicher Teil unserer Entscheidungen und Koordinierungsvorhaben wird auf der Basis des sozialen Kontextes (d.h. der sozialen Information) getroffen. Ob im Supermarkt, oder auf dem Parkplatz, oder wenn es um die Einrichtung neuer Organisationseinheiten geht. Von Geburt an interagieren wir mit anderen Menschen. Im Laufe unserer Entwicklung verfeinern wir unsere Interaktionsmittel von Gestik, Mimik hin bis zu Sprache und Schrift.
 All das ändert sich, wenn wir von Face-to-Face Kontext in den digital-vermittelten Raum wechseln. Die detailreichen sozialen Daten gehen beinahe zur Gänze verloren, wir erblinden quasi sozial andererseits enstehen völlig neue Formen zwischenmenschlicher Interaktion in bis dato nur vorstellbarer Weise - kein Defizit, sondern eine Differenz ist hier am Werk.
 Gerade deshalb entwickelte sich (beginnend in den 40er Jahren) seit wenigen Jahren eine neue Konzeption von Software v.a. solcher die web-basiert ist. Nach den Großrechnern, den Personal Computers (PCs) und den in diesem Kontext geschaffenen Software-Tools, die der individuellen Produktivitätsoptimierung gewidmet waren - wie z.Bsp. Textverarbeitung, Buchhaltung, Grafik, etabliert sich zunehmend Software, deren Hauptaugenmerk auf der Verbindung von Menschen mit Menschen und Menschen mit Maschinen liegt.
 Es handelt sich dabei um so unterschiedliche Anwendungen wie kollaborative Filter, wie sie Amazon.com einsetzt. Diese Filter generieren auf Basis der Entscheidungen anderer Kaufvorschläge für den Nutzer/die Nutzerin. Dazu gehört auf einer anderen Ebene der Bereich der Online-Auktionen. Ein weiterer wesentlicher Bereich ist der gesamte Bereich des Webpublishing, der v.a. in den letzten 3 Jahren eine besondere Bedeutung erlangte. Genauso zählt man die Social Network Applications dazu, deren Prinzip auf den "Six Degrees of Separation" nach Milgram beruht.
 Social Software setzt sich von Groupware und anderen projekt- oder organisationsorientierten kollaborativen Anwendungen insofern ab, als Social Software auf den einzelnen und dessen Wünsche und Notwendigkeiten sich mit anderen zu affilieren Bezug nimmt. Groupware etc. stellt den einzelnen immer schon in Projekte, Organisationseinheiten etc.
 Social Software - erneut als Begriff 2002 geprägt - kann in der Formel "connection comes before content" erfasst werden und auf drei Ebenen beschrieben werden.
 Social Software unterstützt:
 1.) Interaktionen zwischen Individuen und Gruppen (Webpublishing und Computer-Meduated-Communication)
 2.) Soziales Feedback via Reputation und Präsenz
 3.) die Bildung sozialer Netzwerke (s. "Six Degrees of Separation")
 Ob man von WikiWebs, Weblogs, Online Social Networks, Instant-Messaging oder anderen Formen von Online Vergesellschaftung spricht, in jedem Fall handelt es sich um Anwendungen und damit verbundene Kulturen und Aneignungsformen, die sowohl den beruflichen als auch den privaten Bereich erfassen.
 Nicht zuletzt deswegen (der gesellschaftlichen Bedeutung) hat das Ars Electronica Festival 2004 erstmals den Bereich "Digital Communities" als neue Kategorie eingeführt.
 Social Software ist eine Chiffre für die aktuellsten Veränderungen im Bereich CMC, der Nutzung des Internets/des Webs zu beruflichen und privaten Zwecken.
 Kontaktzonen:
 - E-Learning
 - Wissensmanagement
 - Online-Publishing
 - Online-Marketing (PR)
 - Mobile Anwendungen
 - Games
 - Informationsarchitektur
 - Software-Entwicklung
 - Usability (Interaktions-Design)
 - Open Source Software
 - Open Access
 - Creative Commons
 Inhaltliche Ausrichtung
 Das Social Software Workshop - so wie ich es einschränkend zum Zwecke der Operationalisierung verstehe - möchte einen Schwerpunkt im Bereich Web-Publishing (Wikis, Weblogs, Groupware) setzen und hier im besonderen eine internationale Vernetzung erreichen.
 Auf Basis dieser internationalen Vernetzung soll es zunächst darum gehen
 1.) eine konzise Bestandsaufnahme der existierenden Diskussionsstränge zu machen
 2.) Präzise Forschungsschwerpunkte zu formulieren
 3.) Beratungsleistungen anzubieten, die auf einer Meta-Ebene angesiedelt sind und damit nicht (oder nur eingeschränkt) am Markt befindliche Unternehmungen konkurrieren.
 4.) Eine Schnittstelle zwischen Software-Entwicklern und AnwenderInnen bereitzustellen.
 Outputs
 (Inter)nationale Vernetzung
 Konferenzen, Partnerschaften, Publikationen, Projekte
 Forschung
 Etablierung einer relevanten Forschungsschiene.
 Consulting
 Auf der Meta-Ebene. D.h. keine unmittelbare Konkurrenzierung am Markt befindlicher Dienstleister.
 Lehre
 Lehrveranstaltungen an Universitäten und Fachhochschulen
 Unterstützung und Kooperationen:
 Es werden aktiv Partnerschaften gesucht mit Forschungs- und Bildungsinstitutionen, die im Besonderen neue Wege der Wissens- und Informationsvermittlung bzw. Aneigung anstreben bzw. realisieren.
 Exemplarisch sind das die Bereiche:
 - Interaktionsdesign und Usability
 - Webpublishing-Technologien
 - individuelles und organisationales Lernens
 - SNA - Soziale Netzwerk Anwendungen
 - Games
 Darüberhinaus werden wir uns an Firmen wenden, die aktiv in der Entwicklung von Software für diese og. Schwerpunkte tätig sind.
 Unterstützende Organisationen:
 Rochester Institute of Technology, Dept of Information Technology
 Danube University Krems
 Middlebury College, Center for Educational Technology
 Universität Augsburg, Mediapedagogy
 Universität Bamberg, Kommunikationswissenschaften
 University at Buffalo, School of Informatics
 University of Applied Arts Aachen, Design Department
 Technical University Munich, Institute for Informatics
 Fas.research
 Universidad de Navarra, Multimedia Lab
 Universität für Angewandte Kunst, Medienkunst
 Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe
 National Research Council of Canada Institute for Information Technology (NRC-IIT) - eLearning group
 ISPA - Internet Service Provider Austria
 Frauenhofer Gesellschaft, Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik
 Federal University of Bahia, Brazil - Ciberpesquisa - Internacional centre for cyberculture research and studies
 

 

 

 Thomas N. Burg Site Meter