Exzerpt: Soziotechnisches Kapital
Unfertiger Entwurf: Vgl: Beyond Bowling Together
Soziales Kapital oder soziale Ressourcen sind immer das Ergebnis sozialer Interaktion. Sie sind grundsätzlich positiv, da sie die Lage des Einzelnen bzw. des Gesamten verbessern. Sogesehen sind produktive Ressourcen nicht nur Dinge, sondern eben auch Beziehungen. Soziales Kapital wird durch Nutzung und Reproduktion vermehrt. D.h. dass soziales Kapital erst durch Nutzung kreativ wird. Nicht-Nutzung führt zu einem Verfall, da grundlegende Ressourcen verloren gehen (können). Vertrauen und gemeinsam geteilte Identitäten sind grundlegende soziale Ressourcen. (1-2)
Soziales Kapitel als Metapher wird von Resnick definiert, “as productive resources that inhere in social relations, as a residual of previous interactions.”(8)
CMC ist ein Mittel zur Anbahnung und Aufrechterhaltung sozialer Beziehungen. Das Zusammentreffen (von produktiver Kombinationen) von IKT und sozialer (Austausch)Beziehungen führt bei Resnick zum Terminus “soziotechnisches Kapital” als einer Sub-Kategorie von sozialem Kapital. (2)
Resnick geht es dabei weniger um die gegenseitig bewirkten Effekte als vielmehr um das Potenzial gemeinsame Handlungen zu begünstigen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Begriff “Kapital”, d.h einer Ressource, die über Zeit akkumuliert werden kann.
“As with purely social capital, resources may consist of artifacts created during the earlier interactions, or social ties and practices that developed. They constitute capital if they help a group of people to accomplish more together, improving the routing of information, the exchange of resources, the provision of emotional support, or the ability to coordinate and to mobilize for collective action.”(3, Hervorhebung von mir)
Für Social-Software-Applikationen kann man daraus einen weiteren (nebem dem unmittelbaren Impakt zur Problemlösung) zentralen Erfolgsfaktor ableiten, nämlich wird die Akkumulation von soziotechnischem Kapital erfolgreich unterstützt.
Resnick gib ein schönes Beispiel von Software vs. Social Software. Eine Anwendung, die dem Nutzer hilft, eigenständig Informationen zu finden erhöht die Effizienz, andererseits werden dadurch keine Anreize geschaffen mit KollegInnen in Kontakt zu treten und soziale Beziehungen einzugehen, die in anderen Zusammenhängen hilfreich sein könnten. (Vgl. 3)
An dieser Stelle sehe ich präzise den Vorteil von Weblog-Systemen, sie (können) dienen der individuellen Annotation und sind öffentlich zugänglich und bilden Vertrauen und Identität über Zeit. Da sehe ich auch die theoretische Grundlegung für selbt-organisierendes Lernen, das ja vor allem der Steigerung von sozialem Kapital dient. Wenn CMC dabei hilft, dann nennt man das soziotechnisches Kapital.
Auf gesellschaftlicher Ebene erhofft man sich durch den Einsatz von CMC (soziotechnischem Kapital) einen Ersatz dessen, was sich im Rückgang befindet: sozialem Kapital durch soziale Interaktion.(Vgl. Putnam) HCI oder CMC sollen da aushelfen. (Vgl.3)
Resnick rekurriert nun auch auf das Internet, dass sozialer Isolation und Deprivation Vorschub leiste (Gegenargument via Döring und Herring hier einbauen). Konsequent steht sein Essay im Zeichen der Umkehrung dieses Verfalls durch CMC.
Soziotechnische Innovationen des 21. Jahrhunderts seien Pendants zu den Antworten des letzten Jahrhunderts auf Fabriken, Urbanisierung und Immigration: Pfadfindern, den Gewerkschaften, den Vereinen.
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